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Noch effektiver und gezielter helfen

BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher über die neue BFV-Sozialstiftung.

Dass Fußball mehr ist als das Spiel auf dem Platz und von einem Fußball-Verband mittlerweile weit mehr erwartet wird, als die reine Organisation des Spielbetriebs ist hinlänglich bekannt. Fußball ist ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden und in den Vereinen rollt längst nicht mehr nur der Ball. Dort wo Millionen Menschen auf und neben den Sportplätzen regelmäßig aufeinandertreffen, geht es neben dem Sport um gesellschaftliche Werte, Integration, Prävention, Bildung und nicht zuletzt soziales Engagement. Das spiegelt sich auch in den Anforderungen an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) wider. Mit der „BFV-Sozialstiftung“ wird der BFV diese vielfältigen Aufgaben in Zukunft noch besser wahrnehmen. Was dahinter steckt und was sich der BFV von der Stiftung verspricht, erklärt BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher im Interview.

Herr Faltenbacher, ganz salopp gefragt: Wozu braucht der BFV eine Sozialstiftung?

Jürgen Faltenbacher: Wer heute noch glaubt, dass es für einen Fußball-Verband mit der Organisation des Spielbetriebs getan ist, hat schlichtweg die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Natürlich nimmt dieses Aufgabengebiet den zentralen Teil unserer Arbeit ein, aber neben dieser Hauptsäule gibt es längst die Talentförderung, die immer umfangreicher weil professioneller wird und das soziale Engagement. In den Fußballvereinen wird bereits Enormes geleistet. Den größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern zolle ich dafür höchsten Respekt. Andererseits wird diese Übernahme der sozialen Verantwortung mittlerweile aber auch erwartet. Und wir wollen dieser Verantwortung auch in Zukunft gerecht werden. Es geht uns ja darum, den Fußballsport sozial und gesellschaftlich zu fördern. Konkret wollen wir Mitgliedern der BFV-Familie in Notsituationen helfen, die BFV-Fußballpartnerschaften in Afrika und den Fußballsport im In- und Ausland unterstützen. Das machen wir schon jetzt nach Kräften, mit einer Stiftung ist dies aber noch besser und direkter möglich. Die BFV-Sozialstiftung wird Zuwendungen, Spenden und Sozialabgaben verwalten und nach entsprechender Prüfung ganz gezielt verwenden und wie gewohnt eins zu eins weitergeben.

War bisher denn keine direkte Hilfe möglich?

Jürgen Faltenbacher: Es ist einfach so, dass es ganz viele tolle Projekte im sozial-gesellschaftlichen Bereich gibt, die eine Unterstützung verdient haben oder unvorhergesehene Notsituationen und Schicksalsschläge im bayerischen Fußball oder bei einem einzelnen Verein, bei denen wir der Meinung sind: hier müssen wir aktiv werden, hier ist unsere Unterstützung sinnvoll und nötig. Wir haben schon bestehende Spendenprojekte und auch hier wird jeder gespendete Euro weitergegeben. Bei der Auswahl unserer sozialen Aktivitäten haben wir allerdings nur eingeschränkte Möglichkeiten – bedingt durch unsere Satzung und Regularien, an die wir uns als Bayerischer Fußball-Verband halten müssen. Die „BFV-Sozialstiftung“ erweitert den Handlungsspielraum. In Zukunft ist es dann beispielsweise möglich, nach einem tragischen Unglück in einem Verein auch finanziell zur Seite zu springen. Das ist aktuell praktisch ausgeschlossen.

Das hört sich grundsätzlich gut an. Dort wo Projekte oder einzelne Personen finanziell unterstützt werden, ist man allerdings auch schnell mit Kritik konfrontiert. Vielen ist nicht wirklich klar, wie eine Stiftung funktioniert, wie sie organisiert ist und vor allem was mit dem Geld der Stiftung passiert.

Jürgen Faltenbacher: Deshalb spielt Transparenz auch eine große Rolle. Es ist uns ganz wichtig, dass die „BFV-Sozialstiftung“ kein geheimnisvolles Konstrukt ist, bei dem Entscheidungen in irgendwelchen Hinterzimmern fallen und keiner weiß, was zum Beispiel mit seiner Spende passiert. Grundsätzlich wird ein Stiftungsrat mit bis zu 15 Mitgliedern darüber wachen, was genau passiert und diesem Rat werden neben dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und bis zu drei BFV-Vertretern auch voraussichtlich fünf Vertreter aus den Mitgliedsvereinen des BFV und fünf Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben angehören. Alle Personen werden auf der Homepage der Stiftung bekannt gemacht und alle Entscheidungen dieses unabhängigen Gremiums werden dort auch transparent kommuniziert. Jeder gespendete Euro fließt wie bisher auch eins zu eins in die Projekte. Auch das wird dokumentiert. Zudem wird jeder Verein, jeder Vereinsmitarbeiter oder Funktionär die Möglichkeit haben, Vorschläge einzubringen, wo das Geld der Stiftung eingesetzt werden soll. Soziale Verantwortung kann man nur gemeinsam übernehmen. Alle müssen an einem Strang ziehen. Da ist Glaubwürdigkeit von zentraler Bedeutung.

Ausgeben kann man nur das Geld, das vorher auch eingenommen wurde. Woher kommt denn das Geld der Stiftung?

Jürgen Faltenbacher: Die BFV-Sozialstiftung startet mit einem sogenannten Grundstockvermögen, das der Bayerische Fußball-Verband einbringt. In Zukunft wollen wir dieses Vermögen natürlich weiter erhöhen. Das heißt durch Spenden, Zuwendungen oder beispielsweise dem Sozial-Euro, der seit dieser Saison bei den bayerischen Relegations- und Entscheidungsspielen im Erwachsenenbereich erhoben wird. Der tut dem einzelnen Zuschauer nicht weh, in der Summe ist aber Großes möglich. Vor allem geht es ja um den guten Zweck.

Befürchten Sie nicht schon zum Start Kritik, weil viele der Meinung sein könnten, das Geld könne man auch sinnvoller investieren?

Jürgen Faltenbacher: Überhaupt nicht. Denn ich gehe davon aus, dass sich jedes Mitglied der bayerischen Fußballfamilie – egal ob Aktiver, Vereinsmitarbeiter, Funktionär oder Schiedsrichter – der sozialen Verantwortung des Fußballs bewusst ist, das Solidaritätsprinzip anerkennt und lebt. Am Ende ist, denke ich, jeder froh, wenn künftig in einer Notsituation schnell und unbürokratisch Hilfe angeboten oder Gelder für sinnvolle und wichtige soziale Projekte bereitgestellt werden können. Solche Anfragen bekommen wir ja schon jetzt regelmäßig. Von einem intakten Solidaritätsprinzip profitieren alle. Wenn wir nicht wüssten, dass die Akzeptanz dafür da ist, würden wir auch intensiv für diese Akzeptanz kämpfen. Aber diese Diskussionen sehe ich wie gesagt nicht.

Ab wann wird es die „BFV-Sozialstiftung“ geben?

Jürgen Faltenbacher: Es sind eine ganze Reihe Formalien zu erledigen und wir sind erfreulicher Weise schon sehr weit. Am Ende muss die Stiftung noch durch die Regierung von Oberbayern als zuständige Aufsichtsbehörde anerkannt werden. Ich gehe davon aus, dass das bis zum 1. Mai geschehen ist. Dann wollen wir auch sofort handlungsfähig sein, auch wenn höchstwahrscheinlich noch nicht alle 15 Stiftungsratmitglieder benannt sind und die Homepage der Stiftung vielleicht noch nicht alle Details beinhaltet. Aber das ist dann auch schnell erledigt und daran wird es sicherlich nicht scheitern, umgehend aktiv zu werden. Insofern ist der 1. Mai ein großartiger Tag im Sinne der sozialen Verantwortung des Fußballs im Allgemeinen und des bayerischen Amateurfußballs im Speziellen.