Altbürgermeister Heinz Eichinger nahm schon sehr früh das Zepter in die Hand, als es darum ging, die ersten Flüchtlinge in seinem Ort nicht nur unterzubringen sondern auch optimal zu betreuen.
Eine seiner ersten Anfragen, wie war es anders zu erwarten, ging an die Fußballabteilung des SC Vierkirchen. „Alle wollten Fußballspielen!“. So war es dann auch, als im Sommer 4 Asylbewerber zum Fußballtraining angekündigt waren. Zur Überraschung aller, waren es dann plötzlich 20 junge Männer die aus der Vierkirchener Unterkunft angereist kamen.
Trotz der enormen Herausforderung, die vor allem für den neuen Spielertrainer Sebastian Hüttner eine Ehrensache war, begann das Training mit den neuen Sportfreunden. Josef Holzer, Leiter der Fußballabteilung, berichtet mit Freude: „Inzwischen spielen 3 Spieler fest in unserer 1. Herrenmannschaft!“ Die Mitspieler aus Vierkirchen haben sofort Patenschaften übernommen und kommen sich einzeln um die Belange ihrer neuen „Spezln“.
Nicht selten geht es mit dem Vereinsbus zu Spielen höherklassiger Mannschaften oder Behördengängen und Artbesuchen. Dank dem ehrenamtlichen Engagement von Heinz Eichinger steht das ganze Dorf hinter dem Projekt. Das ein oder andere Missverständnis, das sich durch das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturkreise ergibt, wird mit einem Lächeln gelöst und inzwischen kennt man in Vierkirchen auch die Unterschiede zwischen Deutscher Uhrzeit und Afrikanischer Zeit.
Groß war nun die Freude, dass die BFV Sozialstiftung auch das Vierkirchener Projekt mit der Aktion „1000 Fußballschuhe für eine sportliche Zukunft“ unterstützt. So wurde dem BFV Kreisvorsitzenden, Bernhard Slawinski, ein großer Empfang beschert, als er 12 Paar Fußballschuhe überbringen durfte. Angeführt vom 3. Bürgermeister, der Gemeinde Vierkirchen, Josef Leichtmann und Projektinitiator Heinz Eicher konnte dann auch sofort die ersten Schuhe ausgehändigt werden. Hannelore Mautz, Schriftführerin des SC Vierkirchen, hatte im Bayernsport von der BFV-Aktion gelesen und stellte kurz danach den Antrag auf Unterstützung. „Wir leisten unendlich viele ehrenamtliche Stunden für unseren Verein und waren sehr froh, dass die Antragstellung und Abwicklung so einfach gestaltet ist!“ erklärte Frau Mautz bei der Schuhübergabe. „Oftmals scheitern derartige Unterstützungsmöglichkeiten einfach daran, dass wir keine zeitlichen Ressourcen finden, um die vielen Formulare zu bearbeiten!“
"Es ist nicht unsere Aufgabe zu urteilen, warum die Menschen zu uns geflüchtet sind. Ich sehe es als unsere Pflicht, zu helfen, wenn Menschen Hilfe benötigen. Alles andere ist Aufgabe der Politik! Unsere Vereine uns sehr viele Mitbürger in Vierkirchen zeigen, dass sie sich dieser Verantwortung stellen und speziell im Fußball wird gerade großartiges geleistet!" so Altbürgermeister Heinz Eichinger.
Auf dem Bild sind zu sehen von links: Heinz Eichinger und Josef Leichtmann; kniend unten: Fußballabteilungsleiter Josef Holzer; rechts: Bernhard Slawinski mit Hannelore Mautz (Schriftführerin des SC Vierkirchen, Spitzname: Chefin).
(Text/Bild: Bernhard Slawinski)