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Rainer Koch zu Gast in Mosambik

Rainer Koch besuchte das von der BFV-Sozialstiftung unterstützte Projekt in Maputo.

Nur 53 Stunden. Das Zeitfenster von Rainer Koch bei seinem Besuch in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo war sehr eng. Dennoch ließ es sich der BFV-Präsident Ende April unmittelbar vor dem anstehenden Verbandstag nicht nehmen, die Reise nach Südostafrika anzutreten. Schließlich hatte Koch, der von Daniela Hubrig, Geschäftsführerin der BFV-Sozialstiftung, begleitet wurde, ein volles Programm. In Mosambik unterstützt der Bayerische Fußball-Verband (BFV) bereits seit 2005 im Rahmen seiner Kooperation mit dem Mosambikanischen Fußballverband (FMF) den lokalen Verein "Associação Desportiva de Albazine" (ADA). Unter anderem entstand im Rahmen des Sozialprojekts 2010 in Albazine ein Fußballplatz inklusive Büro-, Lager- und Kabinengebäude.

Gut siebeneinhalb Jahre wurde auf dem Sandplatz gedribbelt, gepasst und geschossen - dann war aufgrund der hohen Auslastung eine Sanierung unumgänglich. Die Renovierungsarbeiten liefen neun Monate, gut 60.000 Euro steckte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in das Projekt; die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) implementierte die Fördergelder vor Ort. Pünktlich zum Start der neuen Spielzeit dann die Eröffnung. Neben Rainer Koch und Daniela Hubrig bei der Einweihungsfeier dabei: Peter Pfaumann (Landesdirektor für Mosambik), Hannes Bickel (Projektleiter Sport für Entwicklung in Afrika), Patrizia Bitter (Advisor Sport für Entwicklung in Afrika und Ansprechpartnerin für den BFV) sowie Namoto Chipande (Vizepräsident des Mosambikanischen Fußballverbandes).

"Der Platz ist jetzt wieder in einem Top-Zustand. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, keinen Kunstrasenplatz zu errichten, sondern einen Sandplatz. So haben auch Kinder aus ganz armen Verhältnissen die Möglichkeit, hier zu spielen. Denn auf Sand kann man auch barfuß Fußball spielen. Zugleich wäre das Ganze ohne die enge Zusammenarbeit mit der GIZ, dem DFB sowie dem BMZ nicht möglich gewesen", sagte Rainer Koch über die gelungene Renovierung.

Der "Goldene Platz"

Direkt neben dem "neuen" Platz weihte Koch zudem gemeinsam mit Carola Bruhn, Ständige Vertreterin des deutschen Botschafters in Mosambik, eine offizielle Plakette ein, die an die erfolgreiche Sanierung des Sandplatzes erinnert. Schöne Randnotiz: Von den Einheimischen wird er nun der "Goldene Platz" genannt, weil der Sandbelag in der Sonne wie Gold leuchtet.

Direkt im Anschluss an die Eröffnung des Fußballplatzes machte sich die BFV-Delegation auf den Weg zur Grundschule "EPC de Albasine", die die BFV-Sozialstiftung seit Februar 2012 unterstützt. In Gedenken an den im Oktober 2015 überraschend verstorbenen BFV-Vizepräsidenten Horst Winkler war dort in den vergangenen Monaten eine Bibliothek errichtet worden, die nun offiziell eingeweiht wurde. Im Beisein der GIZ-Vertreter und der Grundschuldirektorin Coleta Simango zerschnitt Koch offiziell die Schleife an der Eingangstür zur neuen Bibliothek.

"Die Einweihung der Bibliothek war ein für mich persönlich berührender Moment, weil die Spenden von der Trauerfeier unseres verstorbenen BFV-Vizepräsidenten Horst Winkler in dieses Gebäude investiert wurden", sagte Koch und ergänzte: "Die Witwe von Horst Winkler, Ingrid Winkler, hat mit großem Interesse verfolgt, wie in Erinnerung an ihren Mann diese Bibliothek gebaut wurde."

Finanzielle Unterstützung für Grundschulen

Und auch die beiden weiteren Grundschulen "EPC Acordos de Roma" und "EPC 9 do Agosto", die ebenfalls von der BFV-Sozialstiftung unterstützt werden, durften sich über den Besuch des BFV-Präsidenten freuen: Rainer Koch überreichte der Schulleitung jeweils einen Scheck über 750.000 Metical (ca. 10.000 Euro), um den Bau von Multifunktionsplätzen an den Grundschulen finanziell zu unterstützen und voranzutreiben.

"Als ich das letzte Mal im Frühjahr 2016 an den Grundschulen in Albazine war, standen dort, wo sich nun Spielflächen befinden, noch mehrere Pflanzen und Bäume", sagte Koch: "Es ist enorm wichtig, dass an Schulen, an denen viele tausende Schüler sind, Multifunktionsflächen vorhanden sind. Dort kann man Sport treiben, künstlerischen Aktivitäten nachgehen oder auch Schulveranstaltungen durchführen. Aktuell sind die Flächen zwar erst halbfertig, aber ich hoffe, dass sie mithilfe unserer Schecks schon bald fertiggestellt werden."

Im Zuge der Reise trafen sich die BFV-Delegation sowie die GIZ-Vertreter Hannes Bickel und Patrizia Bitter mit den Verantwortlichen des Vereins ADA, die seit Sommer 2016 im Amt sind, zu einem Gespräch über die zukünftige Ausrichtung und Weiterentwicklung des Vereins. Neben Präsident Sérgio Mulhovo und Finanzvorstand Miranda Mucussete nahmen der für den Spielbetrieb verantwortliche Vizepräsident Simiao Machava und Vereinsvorstand Fermino Mujovo an der Diskussionsrunde teil. Sie berichteten über den aktuellen Stand und die Entwicklung sowie über erfreuliche Erfolge im Spielbetrieb. Besonders stolz ist der Verein darauf, dass drei Spielerinnen des ADA-Frauenteams zum ersten Mal für die mosambikanische Nationalmannschaft nominiert wurden und bei einem Länderspiel gegen Simbabwe aufliefen. Diese Entwicklung ist mitunter auch den engagierten Trainern Virginia Machava und Sonaldo Mhula zu verdanken, die bereits seit Längerem mit dem Mädchen- und Frauenteam arbeiten.

Frauen- und Mädchenfußball im Fokus

Auch Rainer Koch zeigte sich begeistert von den Erfolgen im Frauen- und Mädchenfußball: "Ich bin sehr stolz, dass drei Spielerinnen von ADA vom Mosambikanischen Fußballverband für die Nationalmannschaft nominiert wurden. Zum anderen müssen wir das aber auch richtig einordnen: Frauen- und Mädchenfußball spielt in Mosambik aktuell kaum eine Rolle. Natürlich ist es aber auch für unsere Trainer hier eine tolle Sache, dass sie so schnell junge Mädchen an die nationale Spitze herangeführt haben."

Aufgrund dieser Entwicklung entstand eine Idee, möglicherweise ein Zentrum für Frauen- und Mädchenfußball in Albazine aufbauen zu können. Diese Projektidee befindet sich aktuell noch in der Planungsphase. Im Dialog mit dem Mosambikanischen Fußballverband als auch mit den Verantwortlichen des Vereins ADA wurde das Vorhaben jedoch positiv bewertet. Im nächsten Schritt gilt es nun, weitere Partner zu finden, die die Projektidee unterschtützen, vielleicht sogar FIFA und DFB.

"Mosambik ist geografisch in einer schwierigen Lage, weil es ein so langgestrecktes Land ist. Deshalb ist es für den Fußballverband, der nur über sehr bescheidene finanzielle Möglichkeiten verfügt, sehr schwierig, nationale Teams zu etablieren. Deswegen ergibt es Sinn, erst einmal in der Hauptstadt Maputo, in der mehrere Millionen Menschen zuhause sind, die Grundlage zu schaffen, um Mädchenmannschaften aufstellen zu können. Eine Idee ist, gemeinsam mit dem örtlichen Verein ein ganz konkretes Projekt für Mädchenförderung zu schaffen, so wie es unsere westfälischen Freunde mit dem DFB zusammen auch in Namibia schon einige Zeit lang tun", erklärte Koch den Grundgedanken hinter der Projektidee.

Zum Abschluss der Reise stand noch ein Besuch des Mosambikanischen Fußballverbandes auf dem Programm. Der neue Präsident Alberto Simango Júnior empfing die BFV-Delegation gemeinsam mit Generalsekretär Felipe Johane und Vizepräsident Namoto Chipande in der Zentrale in Maputo. Und auch dabei war die Projektidee zur Weiterentwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs in Mosambik ein Thema. Beim gemeinsamen Gespräch wurde zudem über die Kooperation zwischen FMF und BFV diskutiert und bekräftigt, in Zukunft noch enger zusammenarbeiten zu wollen.

Weichenstellung für die Zukunft

"Wir sind bereit, für unsere Kinder und Jugendlichen und vor allem im Bereich des Frauenfußballs bessere Voraussetzungen zu schaffen. Beim Verein ADA in Albazine wird bereits sehr erfolgreich Frauenfußball gespielt. Deshalb ist es meiner Meinung nach sinnvoll, in dem Bereich zusammenzuarbeiten, um unsere beiden Verbände gemeinsam voranzubringen", erklärte FMF-Präsident Simango Júnior.

53 Stunden Mosambik - trotz der kurzen Zeit war es für die BFV-Delegation eine mehr als wichtige Reise. In diversen Gesprächen wurden die Weichen für die Zukunft gestellt, mit der Sanierung des Fußballplatzes in Albazine zudem sehr gute Voraussetzungen für den weiteren Spielbetrieb geschaffen. Die BFV-Sozialstiftung mit ihrer Geschäftsführerin Daniela Hubrig wird auch in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin intensiv mit dem Verein, den drei Grundschulen sowie der GIZ zusammenarbeiten, um die aufgebauten Strukturen vor Ort weiterzuentwickeln.

Weitere Bilder zum Projektbesuch in Mosambik sind in der Galerie zu sehen.