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Der BFV als Bayerische Fußball-Versicherung

1460 Euro aus der Sozialstiftung: Bayerischer Fußball-Verband erstattet Schiedsrichter Schaden am zerkratzten Auto

Passau. „Die BFV-Sozialstiftung leistet ganz gezielt Hilfe bei Schicksalsschlägen, Notsituationen, Integrationsaufgaben und weiteren sozialen Projekten.“ Exakt so steht es im selbst erteilten Auftrag der Sozialstiftung des Bayerischen Fußball-Verbandes. Diese sammelt bei den laufenden Relegationsspielen einen zusätzlichen sogenannten „Sozial-Euro“ ein, der komplett in die Stiftung fließe. Im Fußballkreis Ost kamen so – soweit man den offiziellen Zuschauerzahlen Glauben schenken darf – bislang 12 706 Euro zusammen. 11,5 Prozent dieser Summe, 1460 Euro, flossen vergangene Woche an Schiedsrichter Christoph Gastinger aus Hutthurm. Ende März wurde dessen Auto zerkratzt – während eines Fußballspiels, das der 34-Jährige leitete.

Am vergangenen Freitagabend überreichte ihm der Kreisvorsitzende Christian Bernkopf daher einen Scheck über die oben genannte Summe. Stattgefunden hat die Übergabe in der Halbzeitpause des Bezirksliga-Relegationsspiels in Perlesreut zwischen dem FC Tittling und dem SV Grainet (0:3; letzterer ist seit Sonntag Bezirksligist). 1522 Zuschauer waren  Zeugen – bedingt durch den beim Eintritt erhobenen „Sozial-Euro“ waren 1460 von ihnen quasi zahlende Zeugen.

„Er wäre unverschuldet auf diesem Schaden sitzengeblieben und deshalb haben wir nach Mitteln und Wegen gesucht, um ihm zu helfen“, merkte Bernkopf, der Initiator dieser finanziellen Zuwendung, während der Halbzeitpause am Freitag an. Bernkopf selbst stellte sich in seiner Funktion als Ost-Kreischef des Öfteren bereits früher öffentlich vor die Schiedsrichter, fordert zurecht mehr Respekt für die Referees ein.

„Auf diesem Schaden sitzengeblieben“? Die Heimatzeitung rief Bernkopf am Montag an und fragte nach.  Den Lackschaden hätte die Versicherung natürlich schon bezahlt, erzählt Christian Bernkopf, aber Gastinger wäre in der Schadensklasse hochgestuft worden  und hätte damit de facto unverschuldet Schaden davongetragen. Dennoch stellten  mehrere  Leser der PNP die Frage, ob so eine Geschenk über knapp 1500 Euro gerechtfertigt ist: Was unterscheidet den Schiedsrichter von anderen Bürgern, die ihr Fahrzeug parken und es danach beschädigt vorfinden? In Passau zum Beispiel wurden allein an diesem   Wochenende der Hinterreifen eines Motorrads zerstochen und ein Pkw mit Bauschaum besprüht, berichtet die PI Passau.

Einerseits unterscheidet sich der Schiedsrichter von diesen Bürgern darin, dass sich der unrühmliche Vorfall während der Ausübung seiner Schiedsrichter-Tätigkeit ereignete – mutmaßlich, weil jemand ungehalten war über die Entscheidung des Unparteiischen im Spiel. Den zweiten Unterschied benennt Bernkopf selbst: „Es geht um Leute aus der Fußball-Familie, die unverschuldet einen Schaden erleiden. Das ist ja hier ganz klar der Fall“, sagte Bernkopf der Heimatzeitung und fügte an: „Schiedsrichter gehören genauso dazu wie alle anderen.“

Damit verteidigt der Kreisvorsitzende die Zahlung im Sinne  des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Prof. Dr. Manfred Heim. „Fußball steht für Werte, für Solidarität mit den Schwächeren oder in Not Geratenen. Genau da setzt die Stiftung an“, wird Heim auf der Website zitiert. Bereits bei der Übergabe betonte Bernkopf: „Wir hoffen natürlich alle, dass so etwas nie wieder passiert.“

(Text: Sebastian Lippert, Passauer Neue Presse/Foto: Michael Duschl, Passauer Neue Presse)