Bereits vor einem Jahr unternahm man im Fußballkreis München diverse Aktivitäten, um sich auf die absehbare Flüchtlingswelle vorzubereiten. Durch die schon früh geknüpften Verbindungen konnten viele Projekte unterstützt werden. Es war deshalb auch nicht außergewöhnlich für Münchens Kreisvorsitzenden Bernhard Slawinski, der auch das Projekt Fairplay München leitet, dass die bundesweit erste "Flüchtlingsmannschaft", die am offiziellen Spielbetrieb teilnimmt, ausgerechnet aus München kommt.
Außergewöhnlich war dann allerdings ein Anruf, den der BFV-Funktionär im Oktober erhielt. "Es hat sich eine Frau gemeldet, die von mir einen Fußballplatz, Trikots und Fußballschuhe wollte!" erzählt Slawinski grinsend. Obwohl er dieser Dame dann freundlich erklärte, dass er mit all diesen Dingen nicht dienen kann, ließ diese nicht locker und erzählte von ihren Aktivitäten in einer Münchner Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Gegen Ende des Telefonats vereinbarten die beiden ein Treffen in dieser Unterkunft.
Wenige Tage später war ein neues Projekt innerhalb der Initiative Fairplay München geboren. Die zielgerichtete Anruferin war Karin Klöffel und gemeinsam mit ihrer Freundin, Dr. Bettina von Borries haben diese beiden Damen beschlossen, den jungen Männern den tristen Alltag in der Unterkunft abwechslungsreicher zu gestalten. Schnell war man sich mit der Umsetzung einig. "Mein Konzept lag eigentlich schon in der Schublade. Mir haben nur noch ehrenamtliche Helfer gefehlt, die es umsetzen", berichtet Slawinski. "Eigentlich habe ich mir schon bei diesem ominösen ersten Telefonat gedacht, dass ich genau jetzt die richtige Person gefunden habe!"
Wiederum einige Tage später saßen die beiden ehrenamtlichen Helferinnen mit einigen Vereinsvertretern an einem gemeinsamen Tisch in der BFV-Zentrale. Vereine, die sich einbringen wollen, können sich an den Münchner Kreisvorsitzenden wenden und der vermittelt diese Vereine an die beiden neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, der Initiative Fairplay München, die sich dann als "Patinnen" für den entsprechenden Verein und die fußballinteressierten Flüchtlinge einbringen. Besonders interessant ist, dass die ersten beiden Vereine, die sich innerhalb dieses Projektes engagieren, keinen typisch deutschen Ursprung haben. Es handelt sich hierbei um den SV Italia und den SV Türkspor Allach. Beide Vereine wurden ursprünglich von Gastarbeiterfamilien gegründet.
Über Umwege kam Karin Klöffel nun doch noch an ihren Fußballplatz und je mehr Vereine es werden, umso mehr Fußballplätze stehen ihr auf diesem Wege zur Verfügung. Obwohl sich die Vereine ohnehin schon vorbildlich um ihre "Schützlinge" kümmern und Sondertrainings, Hallenspiele und Schwimmunterricht organisierten, sind dem Engagement aber trotzdem finanzielle Grenzen gesetzt. Als die BFV Sozialstiftung von dieser Situation erfuhr, brachten sich Geschäftsführer Thomas Egenhofer und Daniela Hubrig ein, um dieses Projekt weiter ausbauen zu können.
Karin Klöffels Hartnäckigkeit hat sich nun doch noch bezahlt gemacht und ihr Wunsch ging, dank dem Kontakt zum Bayerischen Fussball-Verband, letztlich doch noch in Erfüllung. Die beiden ehrgeizigen Damen leiten nun das Projekt innerhalb der Initiative Fairplay München unter dem Motto: "Sportfreunde Denisstr.".
Münchner Vereine, die ebenfalls Interesse haben, Flüchtlinge und Asylbewerber aufzunehmen, dürfen sich an den Münchner Kreisvorsitzenden Bernhard Slawinski () wenden.
(Text: Bernhard Slawinski)